Hochzeitstorte

Einer der besonderen Höhepunkte bei jeder Hochzeitsfeier ist das Anschneiden der Hochzeitstorte. Das passiert meist zu fortgeschrittener Stunde und nicht selten werden die Tortenstücke zu Mitternachtssnacks für ausgepowerte Tänzer. Nicht nur wegen ihrer schieren Größe stellt die Hochzeitstorte gewissermaßen die Königsklasse der Konditorarbeit dar. Auch in Sachen Herstellungs-Aufwand kommt kaum ein anderes Backwerk an Hochzeitstorten heran. Das schlägt sich natürlich im Preis für die süße Kostbarkeit nieder. Doch die Investition, die im Hochzeitsbudget unbedingt verankert werden sollte und nicht unter „Sonstiges“ abgespeist werden darf, lohnt sich auf jeden Fall. Denn während der Hochzeitsfeier thront die Torte an prominenter Stelle und das Anschneiden liefert einen großen Moment während der Feier. Wir informieren über alles, was man zum Thema Hochzeitstorte wissen muss: Design, Geschmacks- und Gestaltungsvarianten, Inhaltsstoffe und natürlich die Kosten.

Das Design der Hochzeitstorte: klassisch oder modern

Die wichtigste Frage beim Design der Hochzeitstorte lautet: einstöckig oder mehrstöckig? Denn traditionell sind Hochzeitstorten zwar über mehrere Etagen aufgeschichtete Kunstwerke. Doch das gilt inzwischen längst nicht mehr: Heute haben sich auch einstöckige Torten eine treue Fangemeinde erobert. Wer eine mehrstöckige Hochzeitstorte bevorzugt, sollte wissen, dass solche Backwerke oftmals in einer ungeraden Etagen-Anzahl auf den Tisch kommen. Die Entscheidung lautet deshalb: drei Etagen – oder lieber fünf?

Mehrere Geschmacksrichtungen in einer Torten-Kreation

Ein wichtiger Trend in Sachen Hochzeitstorten geht in Richtung Geschmacksvielfalt. Denn es müssen längst nicht mehr alle Etagen beziehungsweise Bestandteile der Torte aus ein und derselben Mischung an Zutaten bestehen. Im Gegenteil: Abwechslung ist angesagt, indem man die einzelnen Etagen zum Beispiel in verschiedenen Geschmacksrichtungen wählt. Auch möglich ist die Kombination verschiedener Torten-Arten: Schokotorte, Nusstorte und Sahnetorte lassen sich prima vereinigen als Hochzeitstorten-Kreation. Der große Vorteil: Bei soviel Abwechslung dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, so dass jeder Gast ein passendes Stück Torte abkriegt. Wer eine Etagen-Torte für seine Hochzeit wählt und dabei pro Etage eine andere Torten-Art wünscht, sollte darauf achten, als untere Etage die Version mit der festesten Füllung zu verwenden. Denn bei selbsttragenden Hochzeitstorten muss die untere Torte alles stemmen, was darüber noch aufgeschichtet wird.

Die beliebtestens Geschmacksrichtungen

Die beliebtesten Geschmacksvarianten bei Hochzeitstorten sind:

  • NusstorteSchokoladentorteSahnetorteButtercremetorteQuarktorteFruchttorteSachertorteEierlikörtorteHerrentorte

Größe der Hochzeitstorte

Apropos Gäste: Deren Zahl sollte bei der Wahl und Herstellung der Hochzeitstorte unbedingt bedacht werden. Denn schon aus Gründen der Tradition möchten die meisten Gäste unbedingt ein Stück Hochzeitstorte probieren – selbst wenn sie noch pappsatt vom Abendessen sind. Und es wird als schlechter Stil und fehlerhafte Hochzeitsplanung gewertet, wenn die Torte alle ist, bevor jeder Hochzeitsgast ein Stück bekommen hat. Wenn man also über die Gestaltung der eigenen Hochzeitstorte nachdenkt, sollte man die Gästezahl im Hinterkopf haben. Erfahrene Konditoren können im Beratungsgespräch auch direkt Vorschläge zu den notwendigen Dimensionen für die Hochzeitstorte anhand der vorgesehenen Anzahl der Hochzeitsgäste machen. Auf den Rat dieser Experten kann man sich in der Regel getrost verlassen.

Der Trick mit der Etagere

Bei Hochzeitstorten gibt es zwei Wege, ein in Etagen aufgeschichtetes Modell zu kreieren: durch direktes Aufeinanderstapeln einerseits und durch den Einsatz spezieller Etageren andererseits. Die erste Variante nennt sich selbsttragende Hochzeitstorte und erfordert besonderes Können in der Herstellung, damit sie nicht unter der eigenen Last zusammenbricht. Die Variante auf der Etagere hingegen erlaubt absolute Gestaltungsfreiheit, weil jede einzelne Etage der Hochzeitstorte auf einem eigenen Boden der Etagere aufliegt. Möglich ist der Einsatz freistehender Etageren mit einer zentralen Säule in der Mitte sowie von sogenannten Treppen-Etageren, bei denen die einzelnen Torten-Etagen leicht versetzt angeordnet sind. Der Vorteil mehrstöckiger Hochzeitstorten auf Etageren: Man kann gleichzeitig mehrere Ebenen anschneiden und muss sich keine Gedanken um die Statik der Torte machen. Und die oberste und damit kleinste Etage bietet sich zum Einfrieren an. Denn das Einfrieren eines Teils der Hochzeitstorte ist eine immer noch äußerst beliebte Tradition unter deutschen Hochzeitspaaren.

Zudem haben auf Etageren gestapelte Torten den Vorteil, dass sie sich leicht transportieren lassen, weil sie erst vor Ort zu dem atemberaubenden Konditor-Kunstwerk zusammengesetzt werden.

Die Inhaltsstoffe: Variantenreichtum bei der Hochzeitstorte

Die Möglichkeit, bei einer Hochzeitstorte mehrere Torten in verschiedenen Etagen zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen, hat auch Vorteile bei der Gestaltung der Inhaltsstoffe. Denn so lassen sich sämtliche Vorlieben und Geschmäcker der Gäste abdecken und auch eventuelle Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen. So kann man beispielsweise eine Etage als vegane Torte gestalten, was den Veganern unter den Gästen entgegen kommt. Auch für Probleme wie Gluten-Unverträglichkeit oder Laktose-Intoleranz lassen sich passende Tortenideen finden und in die Hochzeitstorte integrieren. Das zeigt den Gästen auch, welche persönliche Wertschätzung man ihnen entgegen bringt, wenn man bei der Gestaltung der Hochzeitstorte ihre individuellen Befindlichkeiten berücksichtigt.

Rund oder eckig? – Formate für die Hochzeitstorte

Während die meisten beim Thema Hochzeitstorte sicher eine klassische runde Form vor Augen haben, können moderne Hochzeitspaare auch zunehmend alternative Formate wählen. Steigender Beliebtheit erfreuen sich zum Beispiel quadratisch geformte Hochzeitstorten – sowohl mehrstöckige als auch einstöckige Varianten. Wenn man die einzelnen Etagen bei eckigen Hochzeitstorten versetzt platziert, entsteht zudem ein reizvoll aufgelockertes Bild.

Gern genommen als Format für Hochzeitstorten sind auch Kreationen in Herzform. Selbst ausgefallene Freiformen, ob als Gegenstand geformt oder lebenden Wesen nachempfunden, sind heutzutage als Hochzeitstorten-Designs möglich. Allerdings sollte man sich bei solchen Sonderformen beim Konditor informieren, ob sich darin versteckte Stützen befinden, die das Kunstwerk aufrecht erhalten. Denn beim Anschneiden der Hochzeitstorte möchte man ja nicht stecken bleiben.

Gestaltungsfreiheit dank Fondant

Zu den wichtigsten Zutaten für viele moderne Hochzeitstorten gehört Fondant: das bunte Zuckerzeug besticht durch seine tolle Modellierfähigkeiten. Es lässt sich in nahezu alle erdenklichen Formen bringen und wird deshalb bevorzugt als Überzug für kreative Hochzeitstorten einsetzt. Da Fondant auch in allen denkbaren Farben zu haben ist, kann man damit dafür sorgen, dass die Hochzeitstorte optimal zur Hochzeitsdekoration passt. Mit Fondant ummantelte Torten bestechen durch eine sehr glatte Oberfläche. Auch Deko-Elemente wie Blüten lassen sich aus dem essbaren Material formen. Vollkommen in Fondant-Blüten eingehüllte Torten nennt man Rüschentorten.

Übrigens: Wenn eine Torte gänzlich ohne Überzug daher kommt, ob Fondant oder Creme, dann nennt sich das „Naked Cake“ – und ist ein immer häufiger anzutreffender Trend auch bei Hochzeitstorten. Bei solchen Modellen müssen die einzelnen Schichten allerdings besonders sauber gearbeitet sein, weil sich eventuelle Abweichungen nicht durch den Überzug verstecken lassen.

Noch ein Tipp: Viele Paare wählen auch die moderne Hochzeittorte in Form eines sogenannten Drip Cake. Dabei läuft eine Glasur aus Schokolade oder ein ähnlicher Überzug von oben nach unten an der Torte herunter.

Die Farbgestaltung der Hochzeitstorte

Bei der Farbgestaltung bieten speziell mehrstöckige Hochzeitstorten tolle Möglichkeiten. Man kann natürlich sämtliche Etagen auf die gleiche Weise einfärben und verzieren. Das ergibt ein durchaus schönes einheitliches Gesamtbild. Als eindrucksvoller empfinden viele Hochzeitspaare allerdings Kreationen, bei denen von der obersten bis zur untersten Etage ein Farbverlauf erfolgt oder jede Etage eine unterschiedliche Farbe und ein anderes Deko-Schema hat.

Anschnitt der Hochzeitstorte

Die meisten Paare schneiden gemeinsam ihre Hochzeitstorte inzwischen am späten Abend an. Traditionell kann man sie jedoch auch schon zum Sektempfang, bei Kaffee und Kuchen am Nachmittag oder als Dessert nach dem Abendessen anschneiden. Begonnen wird bei mehrstöckigen Torten an der untersten Etage. Wichtig zu wissen: Laut Brauchtum hat derjenige, der beim Anschneiden der Torte die Hand auf der Hand seines Partners hat, in der Ehe das Sagen.

Kosten für die Hochzeitstorte

Je nach Anzahl der zu verköstigenden Gäste fällt eine Hochzeitstorte entsprechend groß aus. Experten raten, pro Tortenstück mit ca. 4 bis 9 Euro Kosten zu rechnen. Eine Hochzeitstorte, die 80 Gästen schmecken soll, schlägt also in der Regel im Hochzeitsbudget mit mindestens 320,- Euro zu Buche. Je ausgefallener die Wünsche in Sachen Design, unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Inhaltsstoffe, desto teurer wird das Kunstwerk. Generell sind auch Preise von um die 1.000 Euro für besonders ausgefallene oder exquisite Hochzeitstorten möglich, in die der Konditor viele Arbeitsstunden investieren muss.

Alternative für Sparfüchse: Lasst euch die Hochzeitstorte doch von Freunden mit einem Faible für anspruchsvolle Backwerke zum Hochzeitsgeschenk machen. So kann auch die Torte ein DIY-Element bei der Hochzeit sein.